DIY

Etegami-DIY: eine Botschaft von Herzen

Aus meinem Bastelrollcontainer im Büro hüpfen mir immer wieder Gansai, Sumi  und Washi entgegen. Ach ja, und Hanko hüpft hinterher. Nein, das sind keine Sumoringer und auch keine kulinarische Spezialität aus Japan…All diese Teile benötigt man für Etegami. „Und was ist das jetzt schon wieder?!“, fragt ihr Euch vielleicht? Etegami bedeutet wörtlich übersetzt „Bild-Brief“ oder „Picture Letter“ und ist quasi die japanische Version des Watercoloring. Oder so ähnlich zumindest: bei Etegami malt man ein Bild, schreibt eine kleine Botschaft, bestehend aus wenigen Worten, dazu und ab geht die Post (wortwörtlich, haha)…

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Ich war vielleicht 15, als meine Obaachan (=japanische Oma) mir zum ersten Mal Etegami gezeigt und mit mir zusammen gemalt hat. Ich meine mich zu erinnern, dass damals ein Obst unser Model war…

Lange Zeit hatte ich Etegami danach gar nicht auf dem Schirm. Dann hab ich ein paar Jahre später immer mal wieder die Materialien ausgepackt und ein bisschen gemalt. Und jetzt, vor Kurzem, da hab ich wieder richtig Freude daran gefunden…und gleich mal mein neues Logo „ge-etegamiet“…

das-logo2017

…und ein paar andere Grüßchen:

Ich kann Euch sagen, es macht richtig Spaß kleine Bildgrüße zu erstellen, zumal Etegami wirklich einfache Regeln hat.

Besser gesagt sind es drei Regeln:

  1. Das Wichtige beim Etegami ist nicht, dass das Gemalte perfekt ist, sondern, dass es VON HERZEN KOMMT. Es soll den Empfänger der Karte „berühren“ und etwas Persönliches des Malenden übermitteln.
  2. Etegami ist eine einmalige Sache: es wird nicht vorgezeichnet oder für das finale Bild geübt. Es gibt kein Scheitern , man sollte jedes gemalte Etegami an eine Person versenden. (Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese Regel nicht so streng verfolge. Wenn mir ein Bild nicht gefällt, dann verschicke ich es auch nicht).
  3. Beim Etegami gibt es keine Vorlage, die von einem Profi gezeichnet wurde und als Model dient. Das von der Natur erschaffene, wie Obst, Gemüse und Blumen bzw. Pflanzen allgemein dienen als Vorlage für ein Etegami.

Soweit zu den Regeln.

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Und dann gibt es ja noch die Materialien. Da wären wir dann wieder bei den seltsam klingenden Begriffen vom Anfang dieses Beitrags. Hier kommt die Auflösung, was sich dahinter versteckt:

1. Washi-Papier (=Gasenshi): hier gibt es verschiedene Beschaffenheiten des Papiers. Manche  sind „härter“, andere „weicher“. Bei den „weicheren“ zerfließt und verteilt sich die Farbe schneller, wodurch interessante Zeichnungen und Muster entstehen können.etegami-29

2. Stangentusche (=Sumi), die auch für die Kalligrafie eingesetzt wird. Sie muss auf einem speziellen Stein gerieben und mit Wasser vermischt werden, um Tinte daraus zu gewinnen. (Mir fehlt der Stein leider, weshalb ich ihn dieses Mal nicht verwenden konnte – steht aber auf der Einkaufsliste für unseren diesjährigen Japan-Besuch – waaah, ich freu mich schon so drauf!)
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3. Farbpinsel (=Kofude): ein Pinsel aus Naturfaser, mit dem die farbigen Teile des Etegami gemalt werden.

4. Pinsel für die Linienzeichnung: Beim Etegami wird das Objekt in der Regel mit der schwarzen Sumi-Tinte gezeichnet und dann mit bunter Farbe ausgefüllt. (Die Pinsel, die ich hatte, hab ich leider nicht mehr gefunden… Erinnerung an mich: ebenfalls auf die To-Buy-Liste für Japan setzen).

5. Keramikgefäß zum Farben mischen (sieht aus wie eine Blume, steht auch auf der To-Buy-Liste…shame on me – ich merke, mir fehlt noch einiges. Aber ihr seht, man muss sich nur zu helfen wissen…)

6.Mineralische wasserlösliche Farben (=Gansai)etegami-31

7. Stempel (=Hanko) und Stempelkissen in rot-orange. Hiermit wird das fertige Etegami quasi unterschrieben.etegami-25

8. Gefäß für Wasser.

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Sooo, ihr Lieben, das wars. Jetzt könnt ihr loslegen und Eure eigenen Etegami malen. Auch wenn man die Materialien nicht oder nicht alle zur Hand hat, ist es doch eine schöne Idee, die man auch mit „alternativen“ Materialien umsetzen kann.

Und wie gesagt – es zählt ja, dass die Botschaft von Herzen kommt!

 

Liebe Grüße

Lena

 

 

 

5 Kommentare zu „Etegami-DIY: eine Botschaft von Herzen

      1. Uff ich muss noch bis Mitte Februar auf meine Ferien warten. Naja ich muss Anfang Februar nur eine Prüfung schreiben sonst muss ich nur praktische Arbeiten abgeben…Ich kann es kaum erwarten wieder mehr Zeit zu haben, um endlich an meinen kreativen Projekten arbeiten zu können!!! ❤

        Liebe Grüße

        Gefällt 1 Person

  1. Das ist eine wirklich tolle Idee! Ich verschicke ja sooo gerne Postkarten und bastle auch öfter mal eine selbst. Leider bin ich nicht sooo gut im Zeichnen, deswegen wird auch nie die erste Version benutzt. Aber die Grundidee find ich einfach klasse!

    Alles Liebe
    Lisa

    Gefällt mir

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